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Leopard Road in den Lower Zambesi- Abenteuer pur

Leopard Road in den Lower Zambesi- Abenteuer pur

Ronald
vor 6 Tagen
3 Min. Lesezeit

Gegen 8h starteten wir von unserem Wald-Abenteuer-Campground. Der Verwalter hatte in einem Nebensatz erwähnt, dass es eine zweite Straße gibt, „da, wo die beiden Häuser stehen, einfach nach links“. Die Fahrer waren ein wenig enttäuscht, denn die Strecke, die zwar doppelt so lang war,  war ein Kinderspiel für die beiden Offroad-Profis.

Über die T4 ging es rund 70 km weiter bis nach Shingela, wo das nächste Abenteuer auf uns wartete. Wir ließen Luft aus den Reifen, weil es ab hier Richtung Gelände geht, die Leopard Route in den Lower Zambesi Nationalpark lag vor uns. Martin reparierte vorher noch unsere Batteriezufuhr, wir hatten von Anfang an Probleme mit der Stromversorgung im Auto. Am Mukamba Gate angekommen mussten wir erst erstmal eine Viertelstunde warten, bis von irgendwo jemand kam, um die Formalitäten in weiteren 20 Minuten zu erledigen.  Auch hier ging es wie in allen Parks wieder nur in bar in Kwacha oder US-DOLLAR.

Alle hatten uns abgeraten, die Strecke zu fahren, aber wozu haben wir denn die teuren dicken leistungsstarken Landcruiser angemietet.

Die ersten Herausforderungen ließen nicht lange auf sich warten. Aufgrund eines zum Glück nur noch etwas schwelenden Buschbrandes, lag ein großer Ast auf der Straße,  den Martin „mal eben“ mit der Axt etwas bearbeitet hat und es ging weiter. Allerdings nur etwa einen Kilometer. Hier lag dann ein ganze Baum auf dem Weg, ohne eine Chance,  ihn beiseite schaffen zu können. Jetzt war richtige Arbeit angesagt. Die Männer überlegten, wo sie eine Umgehungsstraße bauen können und begannen, kleine Bäume zu fällen. Martin bekam den Beinamen Holzmichl.

Zu unserer großen Verwunderung ließ sich die Straße relativ gut fahren, einige große schwierige Stellen waren wohl entschärft worden, einige Abschnitte waren besser als die T4. Die Road führt durch eine tolle Landschaft bis hoch in die Berge, durch lange Waldstrecken und auch ganz karge Abschnitte. Wir waren schon 5 Stunden auf der Leopard Road unterwegs und rund 90km dort gefahren, als von der in allen Tools angezeigten Straße plötzlich nur noch eine Art Trampelpfad weiterging. Die restliche Strecke waren nur noch 5km bis in den Ebene, der Zambesi war in der Ferne schon zu sehen. Da es als Alternative nur einen 25km langen Umfahrung, zum Teil in die falsche Richtung gab, entschlossen wir uns, dem ursprünglichen Pfad zu folgen. Bis zum Flußufer ging das auch noch relativ gut durch dichtes Gebüsch, Martin musste nur ein paar Mal zur Axt greifen. Am trockenen Fluss angekommen gab es zu unserer Verwunderung auf der anderen  Seite keine sichtbare Straße mehr. So einfach ließen wir uns nicht entmutigen und fanden nach einigem Suchen eine Stelle, an der wir hochfahren konnten, um dem Track ungefähr zu folgen. Es folge eine 1 ½ stündige Irrfahrt durch den dicht bewachsenen Wald, Martin schlug noch einige Äste ab, an einigen blieben wir auch hängen, aber es war kein Weg zu finden.

Gegen 17.30h bei immer tiefer stehender Sonne gab es nur noch zwei Möglichkeiten: durch das trockene sandige Flußbett noch eine halbe Stunde nach Süden weiterfahren oder einfach stehen bleiben. Wir entschlossen uns für die zweite Lösung. Wir suchten uns eine freie Stelle oberhalb des Flussbettes und vor dem Wäldchen, stellten die Autos auf und machten sofort ein Feuer. Natürlich war uns bewusst, dass das Wildcampen nicht erlaubt ist, aber im Dunkeln gegen einen Elefanten zu fahren war keine Alternative. Da wir unseren Weg getrackt hatte, hätten wir auch jedem Ranger zeigen können, das wir wirklich alles versucht hatten. Wir gönnten uns nach der anstrengenden Fahrt und diesem Gefühl, echte Wildcamper zu sein und etwas verbotenes zu tun, einen Gin tonic, einige auch einen Gin lemon. Zum Abendessen gab es Spaghetti Bolognese, in unseren vier Kühlschränken und den Vorratskisten haben wir dazu fast alles notwendige gefunden. Sehr erschöpft gingen wir früh ins Bett, weil wir schon ahnten, dass der nächste Tag ähnlich aufregend werden würde.


 
 
 

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