
Lower Zambesi Abenteuer
Gudrun hatte am Abend noch die Wildkamera installiert. Gegen 24h wurden wir alle durch Elefantengebrüll wach. Eine ganze Herde lief um die Autos rum und verspeiste das wenige Gras rund um unseren Stellplatz. In der Nacht war es so windig, dass uns die Stangen des Vordaches rausgegangen sind. Ronald überprüfte erst, ob die Elefanten oder andere Tiere noch in der Nähe waren und ging dann raus, um die Stangen wieder einzusetzen.
Wir hatten beschlossen, gegen 6h loszufahren, ohne Frühstück, es gab nur Tee und Kaffee. Der Plan war, erst den Weg zu finden und dann ausgiebig zu frühstücken.
Gudrun wollte die 5 km durch das Flussbett fahren, die anderen waren für die lange Umfahrung. Zunächst ging es 3 km zurück zum Abzweig, von dort aus ca. 25 km auf einer recht guten Straße zunächst nach Osten. Insgesamt hat es ca. eine Stunde gedauert, bis wir wieder auf den restlichen Kilometern der Leopard Road waren, die hier, Luftlinie 3km von unserem illegalen Campground entfernt, plötzlich doch weiterging. Wir sind sehr stark daran interessiert zu erfahren, wo der offizielle Weg langgeht….ob wir das je erfahren werden, wissen die Götter.
Zu unserem nächsten Campground Mvuu, der westlich außerhalb des Parks liegt, waren es Luftlinie nur 50 km, so dass Ronald hoffte, schnell dort zu sein und eine schöne Dusche zu nehmen. Seine Hoffnung erfüllte sich nicht. Irgendwie vergaßen wir, uns einen Platz zum frühstücken zu suchen und hielten uns jeweils mit Keksen, Schokolade und Chipsen über Wasser.
Der Lower Zambesi Nationalpark erstreckt sich entlang des Flusses, ist in Teilen stark bewaldet und relativ tierreich. Wir begegneten mehreren Elefantenherden, unter anderem einer trauernden, die sich um ein sterbendes Tier versammelt hatten. Eine große Herde von Büffeln kreuzte unseren Weg, auch Kudus und natürlich Impalas und viele verschiedene Vögel, die sich am Wasser aufhielten. Unsere Navi-Tools verhaspelten sich ständig, viele Wege waren nicht eingezeichnet, was zu einigen Umwegen führte. Gegen 11h, wir waren schon 5 Stunden unterwegs, waren wir irgendwie vom Weg abgekommen und etwas Offroad gefahren, bis wir vor einer kleinen Wasserdurchfahrt von etwa 7 Metern standen. Wir begutachteten den Einstieg, schätzten die Tiefe ab, ca. 40 cm und beschlossen, einfach durchzufahren. Ronald fuhr als erster mit Schwung los…und blieb stecken. Es ging nicht vorwärts, rückwärts auch nicht, der kleine Gang, Differenzialsperre…nix half, wir hingen sehr schräg fest. Ronald stieg aus und Heike und Martin, die noch am anderen Ufer waren, auch. Das Auto senkte sich weiter nach links ab, so dass Gudrun gegen die Schwerkraft über die Fahrerseite klettern musste, um, aus ihrer Sicht, nicht mit dem Auto im Schlamm zu versinken. Heike suchte und fand sehr schnell einen Weg, um sicher auf die andere Seite des Wassers zu gelangen, nach 5 Minuten waren die beiden da. Ronald und Martin beratschlagten kurz, wie der Wagen am besten rauszuziehen ging, aber zunächst mussten sie die völlig verdrehte Seilwinde an unserem Auto abwickeln. Dort befestigten sie ein Abschleppseil und gleich beim ersten Versuch klappte es und der Wagen war wieder aus dem Wasser. Zum Glück sind wir mit zwei Autos unterwegs, so dass man sich immer gegenseitig helfen kann.
Nach dem Schreck hatten alle wieder viel Adrenalin und wollten dann einfach nur zum Camp. Aber das Abenteuer war noch nicht vorbei. Martin bemerkte, dass sein hinterer Reifen fast platt war, also warfen wir schnell den Kompressor an und pumpten ihn auf.
Nach 7 ½ Stunden kamen wir am Chongwe Gate an. Heike verwickelte den Mann am Gate, der unser Permit kontrollierte, in ein angeregtes Gespräch über den Zustand der Leopard Road, so dass er nicht weiter nachfragte, wo wir denn genau übernachtet hatten.
Wir kamen gegen 14h im Mvuu Camp an und alle waren so glücklich über eine Dusche wie nie zuvor in diesem Urlaub. Den Rest des Tages ruhten wir uns nach diesen beiden sehr ereignisreichen Tagen aus. Beim Abendessen hörten wir plötzlich ein Geräusch, ca. 10 Meter von unserem Tisch entfernt. Ein Elefant war ins Camp gekommen und hatte sich den Baum auf unserem Platz ausgesucht und knabberte seelenruhig die Rinde und die Blätter ab. Da wir ja sehr viel Erfahrung mit Elefantenbesuchen haben, blieben wir entspannt. Der Elefant lief noch ein wenig herum und verschwand in der Dunkelheit.
Erschöpft und zufrieden schliefen wir alle glücklich ein.


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